Guttenberg, Braun, Wulff…

Was haben Sie gemeinsam, außer der Mitgliedschaft in einem möglicherweise verfassungsfeindlichen Parteienverbund?
Sie waren oder sind Politiker in herausgehobener Stellen und sind in die öffentliche Kritik geraten. Zwei von ihnen sind schon zurückgetreten und es gibt nicht wenige, die behaupten würden, es hätte nicht die Falschen erwischt. Bei Wulff wäre das schon weniger eindeutig, aber darum geht es mir nicht. Bei meinem ersten Post darf es schon um was Größeres gehen.

Nämlich um die Frage, welche Anforderungen die Gesellschaft an ihre Spitzenpolitiker stellt. Und dazu bietet es sich an, mal wieder einen Blick über den großen Teich zu werfen. Die Kandidatenfindung der Republikaner bietet einen Anschauungsunterricht zum Gruseln.

Nun scheint es in den USA schon seit einigen Jahren zumindest für Teile der Wählerschaft wichtiger zu sein, moralisch unangreifbares Spitzenpersonal zu finden als Kompetentes. Vermutlich, weil man vermeintlich absolut integeren Personen eher vertrauen kann als weniger integeren. Eine bedauerliche Nebenerscheinung ist dabei leider, dass die Kompetenz der Kandidaten dabei auf der Strecke bleibt. Dann werden so großartige Personen wie Sarah Palin oder Michelle Bachmann Kandidaten. Großartig konservativ, aber leider in jeder Hinsicht inkompetent.

Das scheint aber nicht zu stören, wenn nicht, ja wenn nicht der Kandidat seine Frau hintergangen hat. Oder in seiner Jugend vielleicht gekifft hat und das skandalöserweise nicht allen erzählt hat. Oder vielleicht irgendwann mal irgendwas „falsches“ gesagt hat. Kann sich jemand erinnern, dass eine der unfähigen vermeintlich integeren Spitzenfiguren wegen Unfähigkeit gefeuert wurde?

Die Frage, die wir uns also jenseits des Triumphgefühls, mal wieder einen Heuchler „zur Strecke gebracht“ zu haben, sollte also sein, ob es uns wirklich wichtiger ist, dass der Kandidat total unangreifbar ist oder doch, dass er fähig ist.

Der erste Post

in meinem neuen Blog.

Ja, ich kann es auch nicht lassen und muss meine Meinung zu allem möglichen in die Welt pusten.

In erster Linie wird es Politisches sein und dann noch einige Kommentare zu Rechtlichem. Total innovativ, meistens Netzpolitisches und vielleicht auch mal Vergaberecht. Es wurde ja vielleicht schon alles gesagt, nur eben noch nicht von mir.

Ich freue mich jedenfalls über Kommentare.

P.S: Ich bin nicht Markus Gerstel. Aus Gründen.