…hieß es als Überleitung zwischen zwei Sketchen von Monty Python. Und das passt als Titel auch ganz hervorragend für diesen Blogbeitrag. Zum einen, weil er nichts mit den beiden vorhergehenden zu tun hat, zum anderen weil es um den Umgang mit einer Veränderung geht, welche an sich hätte Folgen haben müssen, aber anscheinend jedenfalls nicht die richtigen hatte. Das fliegt uns jetzt um die Ohren.

Irgendwie war wohl allen bewusst, dass die Zusammenarbeit zwischen „der Basis“ und den Abgeordneten eher suboptimal läuft. Der Grund dafür dürften gegenseitige Erwartungen sein, die aber nicht geäußert wurden, weil sie als selbstverständlich vorausgesetzt werden und zwar beim jeweils anderen. Oder wie es Simon Weiß treffend twitterte

„Ich glaube ich weiß inzwischen wo meine große Überraschung dese Woche herkam: Die implizite Annahme, dass die Menschen um mich, deren Frustration ich deutlich spürte, aus den gleichen Gründen wie ich frustriert sind.“.

Und dann kam GA und hat gesagt, was zumindest viele dachten und vielleicht auch in größeren und kleineren Kreisen mal gesagt haben – übereinander. Darum geht’s mir in diesem Post aber gar nicht. Es ist nun mal, wie es ist und jetzt müssen wir uns mal Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Es sind sich wohl alle einig, dass es so sicher nicht weiter gehen kann.

Wo kommen wir her?

Wir Piraten sind großartig bei spontanen Reaktionen unvorhergesehene Ereignisse. Der beste Beweis waren die Wahlkämpfe dieses Jahr. Es finden sich spontan Menschen zusammen, die denken sich etwas aus, koordinieren das und setzen das um. Das alles rasend schnell und zumindest von außen gesehen sehr sehr effizient. Das hat auch vor der Abgeordnetenhauswahl hervorragend funktioniert, bedurfte aber weder großer Organisation noch Koordination. Daher kommt die Ablehnung formeller Strukturen und Prozesse, die auch grundsätzlich richtig ist.

Das ist großartig, um kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren, aber nicht wirklich gut, um verschiedene Personen und Gruppen zu koordiniere, Entscheidungsprozesse aufzubauen und verschiedene Personen in Prozesse einzubinden. Das ist als Struktur zur Zusammenarbeit bei nicht von vornherein festgesetzten Zielen aber nicht wirklich brauchbar.

Die Situation heute…

…ist im Wesentlichen die gleiche wie die vor der Abgeordnetenhauswahl. Es ist nur neben der Partei ein Akteur hinzugekommen, nämlich die AGH-Fraktion mit eigenen Mitarbeitern, die z.T. nicht Parteimitglieder sind und ausschließlich für die Fraktion arbeiten und auch Dinge tun. Die tun sie gut. Dafür hat die Fraktion eine Struktur aufgebaut: Arbeitskreise mit zugeteilten Referenten, Referenten für allgemeine Dinge, Basisbeteiligung, Presse etc. Es hat sich also neben der Fraktion ein neuer Mikrokosmos mit eigenen Regeln, eigenen Abläufen und auch teilweise mit anderen handelnden Personen gebildet. Das ist nicht tragisch, sondern zwangsläufig, erfordert aber eine Veränderung der Zusammenarbeit untereinander.

Diese Strukturen und Abläufe sind – jedenfalls für mich als Basis – nicht wirklich einsehbar und werden auch nicht aktiv kommuniziert. Es ist nicht erkennbar, woran in der Fraktion gearbeitet wird, es sei denn, man trifft sich mit den zuständigen Abgeordneten oder es werden Themen ins Liquid gestellt. Aber auch das Treffen mit Abgeordneten garantiert nicht, dass die Informationen wirklich an der Basis ankommen. Die Erwartung scheint zu sein, dass sich „die Basis“ doch selbst informieren kann, weil ja alles im Parlamentsinformationssystem und im Fraktions-Redmine steht und damit transparent ist.

Das Problem damit ist, dass dort in der Regel nur erkennbar ist, was derzeit passiert, nicht aber, woran in der Zukunft gearbeitet werden soll, mit welchen Themen die Fraktion bzw. die Abgeordneten vorhaben, sich zu beschäftigen. Es fehlt komplett die außerparlamentarische, auch informell gewonnene Informationsbasis. Auch das ist nicht tragisch, sorgt aber dafür, dass die Basis andere Möglichkeiten hat, ihre Initiativen einzubringen als die Fraktion. Die Basis kann also auch nicht ihre Sicht auf diese Informationen und die daraus folgenden Schlussfolgerungen einbringen.
Für die Fraktion ist sicher genauso interessant, womit sich die Squads inhaltlich beschäftigen. Das ist – bis auf ein Wust aus Pads und Wikis – bisher ähnlich schwierig.
Bisher war es kein Nachteil, wenn inhaltliche Arbeit doppelt gemacht wurde, es wird aber zu einem Problem, wenn sie doppelt zwischen der Fraktion und einer Squad gemacht wird und beide vom anderen nichts wissen und die Arbeit der Basis am Ende „hinten runter fällt“, weil sie einfach zu spät kommt.

Wo müssen wir also hin?

Dazu ein paar Thesen:

  • Wir müssen uns selbst Themen suchen.
  • Es muss eine Vernetzung zwischen Squads und Basis stattfinden und zwar eine gegenseitige.
  • Die Informationen müssen aktiv aus dem AGH in die thematisch passenden Squads getragen werden. Informieren als Holschuld funktioniert bei Freiwilligen eher schlecht bis gar nicht. Jedenfalls wenn man will, dass die Freiwilligen sich mit einem Thema beschäftigen.
  • Die Abgeordneten werden in der Zusammenarbeit mit den Squads stärker koordinierend und weniger inhaltlich arbeiten müssen.
  • Die Squads müssen sich stärker als bisher mit parlamentarischen Prozessen auseinandersetzen, um sich auch beteiligen zu können.
  • Wir brauchen eine politische Agenda jenseits des Wahlprogramms.

Zu den einzelnen Punkten:

  • Themensuche

Es fehlen insbesondere Erfahrungen dabei, sich selbst ein Ziel selbst zu suchen, darauf hin zu arbeiten und ein Ergebnis abzuliefern. Das funktioniert bisher nicht, muss aber für die Zusammenarbeit mit der Fraktion angegangen werden und zwar von der Basis. Ob das für die Fraktion auch gilt, kann ich nicht beurteilen.

  • Vernetzung

Die thematisch arbeitenden Squads und die Fraktion müssen sich über Ideen, Entwicklungen und insbesondere bevorstehende Pläne gegenseitig informieren.

Es sollten also zumindest bei den Squads, die Themen bearbeiten, für die es auch entsprechende Gegenpole im AGH gibt, regelmäßige Treffen mit den Abgeordneten stattfinden. Wenig hilfreich ist der Hinweis, dass man die Abgeordneten ja jederzeit anrufen oder besuchen könne. So wird ein kontinuierlicher Austausch weder zustande kommen noch dauerhaft funktionieren.

  • Aktive Informationsverteilung

Informationen wandern nicht von selbst zu Interessierten. Deshalb ist die Informationsverteilung eine Bringschuld der Informationsbesitzer und keine Holschuld der Suchenden. Die Squads können und werden nicht dauernd das parlamentarische Informationssystem und das Redmine der Fraktion durchsuchen auf der Suche nach vielleicht spannenden Themen und Informationen. Die Fraktion sollte die Inhalte kennen und dann sollte es nach stattgefundener Vernetzung auch ein Leichtes sein, diese Inhalte an die Squads zu kommunizieren. Die Ansprechpartner sind ja auf Grund der Vernetzung bekannt.

Das Gleiche gilt aber auch für die Squads. Auch diese müssen relevante Inhalte aktiv an die Fraktion weitergeben, es reicht nicht auf die allgemeine Mailingliste, das Protokollpad und das Wiki zu verweisen, dass dort alles drin stünde.

Erst wenn der Informationsfluss funktioniert, werden die Squads und die Fraktion sinnvoll bei Themen zusammenarbeiten können.

  • Koordination

Je mehr Beteiligte an einer Aufgabe arbeiten und je komplexer die Aufgabe, desto wichtiger wird die Koordination und desto mehr Zeit nimmt diese in Anspruch. Das wird trotz Pads und aller anderer Kollaborationslösungen nicht ohne Koordination funktionieren, schon gar nicht, wenn in diese Arbeit auch noch Ergebnisse und Informationen aus der Fraktion einfließen sollen und müssen.
Irgendjemand muss die Arbeit zwischen Fraktion und Squads also koordinieren. Eine Person wäre für alle Squads und Abgeordneten damit überfordert, also wird dies wohl thematisch geschehen müssen. Und diese Aufgabe fällt wohl den Abgeordneten zu, es sei denn, sie schaffen es, die Aufgabe zu delegieren. Die Abgeordneten werden, so es denn überhaupt zu koordinierende Arbeiten gibt, verstärkt die Arbeit von Fraktion, Mitarbeitern und Squads koordinieren und weniger selbst inhaltlich arbeiten.

  • Parlamentarische Arbeitsformen

Nach meinem Eindruck haben sich die meisten Squads und Mitglieder bisher wenig bis gar nicht mit den Formen parlamentarischer Arbeit und den Beteiligungsmögichkeiten und -begrenzungen beschäftigt. Das wird aber notwendig sein, wenn es zu einer effektiven Vernetzung zwischen der Partei und der Fraktion kommen soll. Hier sollte vielleicht ein Workshop o.ä. zu den wichtigsten Inhalten und Voraussetzungen stattfinden.

So wie ich es sehe und von anderen höre, besteht eine große Unsicherheit, die eine weitgehende Lähmung der eigenen Tätigkeiten zur Folge hat. Hier kann die Fraktion (und eigentlich nur die Fraktion) versuchen, Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten zu geben und was dabei zu beachten ist.

  • Politische Agenda

Und jetzt mein Lieblingspunkt: wir brauchen eine politische Agenda. Da drin sollten Inhalte stehen, um die wir uns kümmern wollen, ein ungefährer Zeitrahmen dafür und idealerweise Ansprechpartner.

Indem diese Themen öffentlich bekannt werden, wird es für die Basis und interessierte Bürger möglich, sich in Themenfelder einzubringen, bevor ein Ergebnis durch die Fraktion erarbeitet wurde. In dieser Stufe ist eine Beteiligung bei weitem sinnvoller als im Liquid. Zum einen, weil mehr Informationen in die Arbeit einfließen, zum anderen, weil Input durch Bürger in der Liquidabstimmung schwierig bis unmöglich ist.

Ohne solch eine Agenda ist nicht oder nur zufällig für Eingeweihte erkennbar, woran Squads und die Fraktion gerade arbeiten bzw. in Zukunft arbeiten werden. So wird es aber schwer bis unmöglich, das in Squads und in der Fraktion vorhandene Wissen in Arbeitsprozesse einzubeziehen.

Was bringt wenig?

  • Podcasts

Inzwischen hat scheinbar jeder einen Podcast, mit mehr oder weniger tagesaktuellen Themen. Das ist schön, um nachzuvollziehen, was gerade passiert, hilft aber wenig, wenn man einem mehr oder weniger regelmäßigen Job nachgeht. Entweder hat man nicht die Zeit, mehrere Podcasts täglich zu hören oder die Informationen helfen wenig, weil sie zu kurzfristig kommen, um sich einbringen zu können. Ein Podcast hat zudem gegenüber einem Blog den Nachteil, dass man ihn in Echtzeit hören muss und nicht nur überfliegen kann. Zur Information oder gar als Beteiligungsmöglichkeit bringt es nichts.

  • Nachträgliche Berichte

Berichte über die Arbeit der Fraktion sind wichtig und nicht einfach zu finden. Das sollte sich ändern, wird aber wenig zur sinnvollen Zusammenarbeit beitragen. Nachträgliche Berichte, wie in den bisherigen Treffen des Squads Innen- und Rechtspolitik im AGH dienen im Wesentlichen dazu, Geschehenes nachzuvollziehen. Das ist schön, wenn es sich auf die bisherigen gemeinsamen Aktivitäten bezieht. Das hilft aber auch wenig um für zukünftige gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren. So werden wir allenfalls nebeneinander her arbeiten. Sinnvoller Input aus der Basis ist so kaum zu erhalten.

  • Noch mehr Blogs

Blogs sind jedenfalls deutlich besser als Podcasts, um Informationen zu verbreiten. Eine Vielzahl an Blogs ist allerdings nicht wirklich hilfreich um einen Überblick zu gewinnen. Sinnvoller wäre ein Blog, in dem unter Kategorien die Informationen finden kann.

  • Mehr Pöstchen

Mir schweben nicht mehr Pöstchen vor. Die brauchen wir nicht, wir brauchen ein Informationsmanagement. Das funktioniert auch ohne Pöstchen und Bezeichnungen. Wichtig ist nur, dass es gemacht wird.

7 Kommentare

  1. 1

    Hallo Bernhard, guter Text! Super, dass Du Dir Gedanken gemacht hast! 🙂 In einzelnen Punkten widerspreche ich Dir aber:

    1) Du redest die ganze Zeit von der AGH-Fraktion, auf denen liegt natürlich auch ein besonders großer Fokus, Trotzdem sollten wir alle nicht die BVV-Fraktionen vergessen, bei denen sich ähnliche Fragen und Probleme stellen.

    2) Meiner Meinung nch überhöhst Du die Bedeutung der Squads ein wenig. Natürlich sind sie wichtig, natürlich beschäftigen sich da Menschen organisiert mit inhaltlichen Themen. Squads sind aber keine offiziellen oder ausschließlichen Ansprechpartner. D.h. es ist sinnvoll, sich über Vernetzung von Fraktion-Squads-Basis Gedanken zu machen, das ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Und es stellt sich auch die Frage, wie alle anderen Basis-Piraten, die etwas machen oder wissen wollen, an die Fraktion und die Informationen herankommen.

    3. Ich halte die Tages-Podcasts von Martin, Christopher und Andreas im Gegensatz zu Dir für ein extrem sinnvolles und nützliches Tool. Die sind alle sehr kurz, d.h. ja, Du kannst sie nicht wie einen Text überfliegen sondern musst sie ganz hören, 3-8 Minuten für alle zusammen wirst Du dafür doch aber Zeit haben? 😉 Ich halte die dort gegebenen Informationen auch nicht für zu kurzfristig, weil die Abgeordneten da ja auch von längerfristigen Projekten erzählen, an denen sie arbeiten. D.h. man weiß dann, was los ist, wie der Stand ist und kann sichb überlegen, ob und wo man sich einbringen will. Für Information und Beteilung halte ich die Podcasts für *sehr* geeignet. Vielleicht liegt das Format einfach nicht jedem. Aber ich habe da innerhalb weniger Minuten mehr über die Themen und die Arbeit im AGH erfahren, als in der ganzen Zeit davor zusammengerechnet.

    4. Auch mehr Blogs halte ich eher für förderlich. Der Blog von Andreas, der die Beteiligungsmöglichkeiten auflistet und der von Martin, der über den Stand beim UBER informiert und der von Christopher, der die Struktur des neuen Fraktionsvorstandes erläutert, fand ich *sehr* informativ. Das Format dieser Blogs bietet, wie Du selbst gesagt hast, den Vorteil, dass man den Text überfliegen und nach Dingen suchen kann, die einen interessieren und dass sehr viele Links und Informationen drin sind, die man später ziemlich leicht wiederfinden kann, wenn man sie nochmal braucht.

    • Hallo Miriam,
      danke für die Blumen 🙂
      Zunächst ist vielleicht noch zu sagen, dass Informationsmanagement eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt ist und dass das auch in der Wirtschaft und in Behörden selten gut und häufig gar nicht funktioniert. Insofern sind wir kein Einzelfall, das ist aber kein Grund, nicht zu versuchen, es besser zu machen.
      Zu 1.) Das stimmt, da ist die Situation aber für mich zu unübersichtlich, dass ich dazu nicht viel sagen kann. Deshalb habe ich die einfach mal weggelassen. Außerdem wäre der Text sonst noch viel länger geworden.
      Zu 2.) Es wäre schon mal schön, wenn die Squads überhauipt Informationen erhielten. Die interessierte Basis sollte sich dann über die Squads informieren. Wenn man alle Informationen an Alle verteilt, kommt es zu einem „information overflow“ und keiner findet mehr das, was ihn interessiert.
      Zu 3.) We agree to disagree ;)?
      Zu 4.) Ich fände mehr Informationen in einem Blog sinnvoller als viele Blogs nebeneinander. Jedenfalls für die Zugänglichkeit von Informationen in den einzelnen Blogs. Aber es ist jedenfalls ein Fortschritt, dass überhaupt Informationen bereit gestellt werden.

  2. 2

    Sehr prägnant.
    Über Koordination und Organisation mache ich mir auch seit einer Weile Gedanken, und seit ich den 3,5 Stunden Podcast von Edelstoff angehört habe, habe ich so meine Zweifel an diesem Medium. War spannend, aber der Zeitaufwand ist enorm.

    Gruß, Stahlrabe

  3. 3

    Ich bin noch kein Pirat, aber beobachte mit viel Vergnügen, wie viele Leute mit ganz richtiger Gesinnung politisiert werden und aktiv sind.

    Erster Tipp:
    Kohle, Kohle, Kohle. Stellt erst mal überall ganz deutlich auf, wieviel reinkommt, und wofür sie wieder rausgeht, nicht in der Partei, sondern in den Komunen, Ländern und im Bund… das ist schon mal eine ganze Menge Durchblick.

    Zweiter Tipp. Die wichtigsten Visionen gaaaaanz klar formulieren und in eine Rangordnung bringen… für die ungelösten Probleme Leute gewinnen, die aus irgendwelchen Gebieten möglichst viel Sachverstand mitbringen und den auch gerne vermitteln und auch vermitteln können.

    Dritter Tipp:
    Die Machenschaften und Tricksereien der politischen Gegner durchschauen, bekämpfen und öffentlich machen, wahrscheinlich ist das einer der wichtigsten Punkte, sonst führt man mit besten Absichten nur naive Schattenkämpfe.

    Vierter Tipp:
    Ganz richtig in dem Blog oben wurde beschrieben, dass Informationssysteme selbst in Firmen und der Wirtschaft sehr unvollkommen sind… meine besten Erfahrungen ist eine Verschlagwortung (was auch Google und Co machen) der relevanten Dokumente… natürlich auch öffentliche Zugänglichkeit.

    Gruß Bernd

  4. 4

    Ich bin zwar selber kein Freund von Podcasts, aber es gibt eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für Audio: Unterwegs, wo man die Augen für anderes braucht.
    Beispielsweise die Autofahrer wären eine interessante Zielgruppe. Üblicherweise empfehle ich die Zeit für fachliche Weiterbildung, wenn man da täglich nur 2x30min im Auto sitzt und das aufs Jahr hochrechnet…Aber Politik ist ja auch eine Weiterbildung, halt nur ne politische Wb. 😉 Aber wie gesagt, bisher kann ich mich da noch nicht ganz anfreunden mit und auch der Workflow Podcast->PC->Speichermedium steht noch nicht ganz.

    Was ich noch nicht sehe und meines Erachtens weder ein Blog noch ein Ticketsystem bisher leisten kann, ist eine zeitliche Aufstellung und Verfolgung einzelner Vorgänge:
    Von der Idee über erste Anträge über Eingaben/zusätzliche Gedanken bis hin zum Antrag und dann später irgendwann der Umsetzung. Das ganze dann mit den Dokumenten verlinkt und durchsuchbar. Aber nicht allein die Dokumente, denn das gibt es bisher schon auf x Systemen und in wunderbarem Verwaltungsdeutsch. Sinnvolle wäre dazu ein verständliches Abstract mit den wichtigsten Infos. Die technische Umsetzung mit Einbindung von bestehenden (externen) Kalendern, Blogs, Podcasts, etc. wäre natürlich das berühmte Tüpfelchen. Das Ziel dabei: Einen wirklich transparenten Service zu bieten – mit der Definition von nachvollziehbar und öffentlich.

    Das Letzte ist es bisher ja weitgehend, wobei im Moment schon ein Überangebot in Informationen „irgendwo im Netz“ besteht, denn wieviel Fraktions-, Abgeordneten-, Verordneten-, Squad-, AG- und Piratenblogs gibt es bisher allein aus Berlin? Was sind die Hauptinfos, was sind nicht beachtete Aspekte bei
    Und nein, einfach neue Tags in einem Blog einzufügen ist kein dauerhaft funktionierender Ansatz der übersichtlich ist und dazu ausreicht. Ich weiß, das sich das System als solches schon sehr anspruchsvoll wäre, aber sowas würde ich mir wünschen. Ich weiß auch gar nicht, ob sich diese idee überhaupt realisieren lässt, aber mit Sicherheit wäre dann der Anspruch an Transparenz weiter erfüllt als bisher – und mit dem bisherigen sind wir vielen schon nen Stück voraus…

    Das die Idee sowohl AGH, als auch (den vergessenen) BVVs (mit den selben Problemen aber weniger Aufmerksamkeit), als auch vielen Kommunalpiraten helfen könnte, versteht sich von selbst. In Bezug auf Text oder Audio würd ich auch noch gern das Wort Barrierefreiheit als Gedanke in den Raum werfen, wenn man den Anspruch erhebt, mehr Personen als bisher mit dem Politikdingens erreichen zu wollen.

    Ach ja, und die Sache mit den „Terminen“ ist dann ebenfalls ein netter Aspekt. Der hat zwar ebenso was mit Kommunikation/Information zu tun, aber steht nochmal extra. Auch wenn „Termin steht doch im Wiki“ langsam immer weniger anerkannt als Spruch ist 😉

  5. 5
    Malte Sommerfeld

    Danke. Bei uns in SH – wir liegen ja immerhin ein 3/4 Jahr in der Entwicklung hinter Berlin – bilden sich ähnliche Probleme und Kritiken in der Zusammenarbeit mit der Fraktion aus. Auch ein gewisser Widerstand gegen Strukturierungsbemühungen ist – so nehme ich das wahr – in allen Bereichen der Partei vorhanden.

    Ich hoffe mal, dass wir an die Lösung dieses Zustandes schneller rankommen… vielleicht dank Berliner Erfahrung.

    Nebenbei hast Du grad n Platz im Feedreader bekommen 🙂 (muss ja noch irgendwas aus der Heimat lesen ;))

Was denkst du?