Von Cape Reinga kann man nur noch in eine Richtung fahren: nach Süden. Und das habe ich gemacht, aber mit geplant weniger Kilometern pro Tag. Also wieder zurück über die Landzunge nach Ahipara, durch die Kauri-Wälder der Nordinsel nach Whangarei und dann weiter über Wellington auf die Südinsel und so weiter. Das werden dann die nächsten Beiträge.
Aber erst mal nach Ahipara am Südende des 90 Mile Beach, dann in die Kauri-Wälder vom Trounson Park nach Whangarei.
Der weite Norden ist insgesamt eher leer und die Städte sind, soweit sie nicht an irgendwie touristisch interessanten Orten liegen, uninteressant. Das beste an Kaitaia sind die Supermärkte und Whangarei ist selbst auch nicht wirklich schön. Dargaville auf dem Weg dahin ist die „Hauptstadt der Kumara“ (Süßkartoffel), mehr muss man dazu auch nicht wissen.
Ahipara ist selbst ein Urlaubsort, Anfang Dezember hatte die Urlaubssaison aber noch nicht begonnen und es war ziemlich verschlafen. Ein Campingplatz wollte 30 NZD, dafür gab es einen vermüllten zugewachsenen nur inoffiziell geöffneten Platz. Es gab aber auch einen netten Grasstreifen am Straßenrand direkt am Strand, direkt neben einem Parkplatz (mit öffentlichem Klo), auf dem Campen verboten war. Ob man neben der Straße campen darf, weiss ich nicht, aber es hat jedenfalls keinen gestört und es kamen ein paar Passanten vorbei, die auch gerne mal ein Schwätzchen gehalten haben. Das war fast verstörend wenn man Berliner gewöhnt ist.
Dann gibt es die Kauri-Wälder. Das sind nicht wirklich hohe (vielleicht maximal 30-35m) Bäume, die allerdings extrem dick werden können. Der dickste bekannte hatte einen Stammumfang von 22m, die derzeit größten haben so ungefähr 16m. Da wird treehugging schwierig. Auf den Bäumen wächst selbst eine Art Urwald, vor allem Farne und kleine Palmen. Früher war mal die ganze Nordinsel voll davon, inzwischen sind nur noch wenige Wälder übrig, der Rest wurde abgeholzt und zu allem möglichen verarbeitet. In die Wälder darf man in der Regel auch nur auf Holzgehwegen reingehen, weil die Kauris ein recht empfindliches, oberflächennahes Wurzelwerk haben. Außerdem sind es echte Urwälder, da ist Wandern ein wenig schwierig. Kauri haben übrigens nichts mit den fleischfressenden Kauri-Schnecken zu tun, die auch durch die Wälder kriechen und wie so viele Tiere in Neuseeland mit ungefähr 20 Jahren ziemlich lange leben, wenn man sie lässt. Sonst leben da auch Kiwis (die Vögel, nicht die Menschen oder Früchte), die sieht man aber tagsüber gar nicht und nachts auch eher selten.

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