Kapitel 6 – Familie und Kinder. An sich ist das auch nicht so mein Thema, aber doch eines der zentralen gesellschaftspolitischen Themen der AfD auf dem Weg an „Prinzipien und Wurzeln an[zu]knüpfen, die erst zu seinem Wirtschaftswunder“ (siehe Kapitel 1) geführt haben. Also macht Euch auf eine Portion 50er Jahre gefasst. Vielleicht auch früher, wer weiß… Und natürlich mal wieder Redundanz.

6 FAMILIEN UND KINDER
Uns ist es wichtig, gewachsene kulturelle und regionale Traditionen und bewährte Institutionen zu schützen. Sie geben den Menschen Halt und Bindung. Insbesondere Ehe und Familie garantieren als Keimzellen der bürgerlichen Gesellschaft den über Generationen gewachsenen gesellschaftlichen Zusammenhalt und genießen daher zu Recht den besonderen Schutz des Staates.

Man will mal wieder etwas schützen, was niemand angreift. Wovor? Vielleicht davor, dass Menschen sich vorstellen können, anders zu leben, auch mit Kindern und anderen zusammen? Das darf ja nicht sein, das wäre ja der Untergang der christlich-abendländischen Gesellschaft.

6.1 BEKENNTNIS ZUR TRADITIONELLEN FAMILIE ALS LEITBILD
Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren. Die Familie aus Vater, Mutter und Kindern als Keimzelle der Gesellschaft zu verstehen und den Bedürfnissen der Kinder und Eltern gerecht zu werden, muss wieder Mittelpunkt der Familienpolitik werden.

Gesellschaftliche Wertschätzung scheint ein eng begrenztes Gut zu sein. Weil andere Formen des Zusammenlebens auch Anerkennung erfahren, wird sie von der traditionellen Familie abgezogen. Hingegen in den guten 50er Jahren, da war das noch anders. Da blieben Frauen bei ihren Männern, auch wenn die soffen und geprügelt haben. Ging ja nicht anders… Wie gut, dass meine Mutter in einer guten deutschen Familie aufgewachsen ist – ach nee, meine Oma war alleinerziehend. Und das war damals gar nicht so selten…
Keimzelle der Gesellschaft war übrigens nie die Kleinfamilie, sondern immer eher die Großfamilie mit weitläufigen Verwandten bzw. der Stamm. Die bürgerliche Familie ist eine Erfindung der Romantik, die Hausfrau erst recht.

Staatliche Institutionen wie Krippen, Ganztagsschulen, Jugendämter und Familiengerichte greifen zu sehr in das Erziehungrecht der Eltern ein.

Dazu sag ich mal nichts. Das spricht für sich.

Gender Mainstreaming und die generelle Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit.

Der nächste Feind tritt auf – Gender Mainstreaming. Was das hier verloren hat? Mit Kindern und Familie und so hat es eher wenig zu tun. Individualität ist natürlich auch böse, besser man lässt die Gesellschaft bestimmen, wie der Einzelne zu leben hat, nämlich angepasst. Und wer aus der Reihe tanzt und keine Familie will oder Familie anders will oder sich gar von seinem Partner trennt, wird gepaddelt.

Die Wirtschaft will Frauen als Arbeitskraft. Ein falsch verstandener Feminismus schätzt einseitig Frauen im Erwerbsleben, nicht aber Frauen, die “nur” Mutter und Hausfrau sind.

Ein richtig verstandener Feminismus will daher Frauen hinter dem Herd? Ich glaube, da hat die AfD Feminismus falsch verstanden. Richtig ist: Feminismus will, dass Frauen entscheiden können, ob sie arbeiten oder nicht. Bisher konnten sie das aus verschiedenen Gründen, unter anderem weil angeblich „Staatliche Institutionen … zu sehr in das Erziehungsrecht eingreifen“ und deshalb schlicht nicht in ausreichendem Maße existierten, nicht.

Diese erfahren häufig geringere Anerkennung und werden finanziell benachteiligt. Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur traditionellen Familie als Leitbild. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.

Will die AfD etwas an der Benachteiligung ändern? Vielleicht ein BGE einführen? Davon steht nirgendwo etwas… Aber sie will vorgeben, wie gesellschaftliche Anerkennung zu verteilen ist. Die Alternative für Deutschland bekennt sich außerdem zu Redundanz als tragendem Pfeiler ihres Programms.

In der Familie sorgen Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung für ihre Kinder. Diese natürliche Gemeinschaft bildet das Fundament unserer Gesellschaft.

Nur eben nicht bei Frauke Petry, Markus Pretzell und Alexander Gauland. Da ist das anders. Aber daran ist wahrscheinlich der Individualismus schuld. Redundanz ist übrigens das Fundament des Programms. Sagte ich schon?

Die originären Bedürfnisse der Kinder, die Zeit und Zuwendung ihrer Eltern brauchen, stehen dabei im Mittelpunkt. Es sollte wieder erstrebenswert sein, eine Ehe einzugehen, Kinder zu erziehen und möglichst viel Zeit mit diesen zu verbringen.

Ist jemand dagegen? Nein? Dann kann man das ja auch mal ins Programm schreiben.

Die AfD möchte eine gesellschaftliche Wertediskussion zur Stärkung der Elternrolle und gegen die vom Gender Mainstreaming propagierte Stigmatisierung traditioneller Geschlechterrollen anstoßen. Kinder sind kein karrierehemmender Ballast, sondern unsere Zukunft. Wenn ein Elternteil die Erziehungsleistung allein tragen muss, bedarf es besonderer Unterstützung.

Schon wieder Gender Mainstreaming. Schon wieder unpassend. Schlimmer Verdacht: Die AfD weiß gar nicht, was das eigentlich ist. Es ist aber auf jeden Fall schlimm, weil da „Gender“ drin steckt. Ich möchte lieber nicht mit Menschen über Dinge reden, von denen sie gar nicht wissen, was das ist und soll. Und die auch kein Interesse daran haben.
Kinder sind in der Wirtschaft aber nun mal karrierehemmender Ballast, gerade für Frauen. Das kann der AfD gefallen oder nicht. Dann müsste man in der Gesellschaft was ändern, aber bestimmt nicht, dass man in die Werte der 50er Jahre zurück fällt. Ach ja, und manche der staatlichen Institutionen, die zu sehr in das Erziehungsrecht der Eltern eingreifen, könnten das tatsächlich ändern.

Hier ist die AfD sowohl in diesem Kapitel als auch in Bezügen zu anderen Kapiteln so widersprüchlich, dass der vorhandene Platz eine Aufzählung schwer macht.

Hier geht es weiter mit Abschnitt 11

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