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Jetzt kommt die … äh Lösung für alle Probleme: Geld. Und Geld. Dazu kommt noch: Geld. Sonst noch was? Doch, länger arbeiten. Irgendwer muss ja auch das Geld verdienen.

6.3 MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR FAMILIEN
So muss eine alternative Familienpolitik die Familie als wertegebende Grundeinheit und Keimzelle der Gesellschaft finanziell und ideell stärken. Die derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert werden. Insbesondere muss es auch in den bildungsnahen, mittleren Einkommensschichten wieder möglich sein, zukunftsgerichtet für eine große Familie zu sorgen, ohne sich dabei einem Armutsrisiko auszusetzen.

Keine ganz falsche Analyse, nur leider wird das halt nichts, wenn man gleichzeitig möchte, dass Frauen zu Hause bleiben. Dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte die falsche. Wenn man weniger verdient und dann auch noch ein Elternteil zu Hause bleiben muss, weil man Kitas, Krippen und so weiter ablehnt, wird das Ziel nicht einfacher zu erreichen. Sondern nahezu unmöglich.

Geeignetes Mittel dafür wären z.B. Darlehen zum Erwerb von Wohneigentum, deren Schuldsumme sich mit jedem neugeborenen Kind vermindert. Ein reformiertes Renten‐ und Steuersystem wird sicherstellen, dass kinderreiche Familien nicht mehr unter dem steuerlichen Existenzminimum leben müssen und ausreichende eigene Rentenansprüche aufbauen.

Das Problem sind sicher nicht die Steuern auf Einkommen, die Menschen unter das Existenzminimum drücken. Und auch Kredite zum Erwerb von Wohneigentum (also eigentlich eine Art zweckgebundene Prämie fürs Kinderkriegen) werden da nicht besonders viel helfen – wenn das Einkommen zu niedrig ist.

Die vielschichtigen Hürden für Akademikerinnen, sich schon während des Studiums oder in den ersten Berufsjahren für ein Kind zu entscheiden, wollen wir beseitigen.

Außer: Kinderbetreuung. Die sollen die Akademikerinnen nämlich mal schön selber machen.

Studenten, die während oder kurz nach Abschluss des Studiums Eltern werden, soll die Rückzahlung von Bafög‐Darlehen erlassen werden.

Was ist mit Studenten, die kein BaföG-beziehen, wie die meisten Studenten?

Durch eine spezielle Förderung von Mehrkindfamilien möchte die AfD dazu ermutigen, sich für mehr Kinder zu entscheiden.

Und wie soll das gehen? Vermutlich: Geld drauf werfen. Mehr fällt der AfD nämlich nicht ein.
Insgesamt hat die AfD hier ein ziemlich großes Problem: sie sieht nur einen Lebensweg, den die Menschen einschlagen sollen. Das ist die Familie mit berufstätigem Vater, Mutter am Herd und mindestens drei Kindern. Die sollen irgendwie Geld kriegen.
Die Gesellschaft hat sich aber seit den 50er Jahren weiter entwickelt, die Menschen haben individuellere Vorstellungen, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Das ist ja gerade einer der Feinde der AfD: die Individualität.
Das, was gerne ein Familienförderungskonzept wäre, berücksichtigt diese Entwicklung aber gerade nicht und kennt nur eine Antwort: Geld. Das wird nicht funktionieren, das ist schon vorherzusehen. Die Hindernisse für viele sind nicht fehlendes Geld, sondern dass sich ihr Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben nach ihren Vorstellungen mit Kindern nicht verwirklichen lässt – die AfD würde dieses Problem noch verschärfen.

6.4 WIRTSCHAFTLICHE ZUKUNFT TROTZ DEMOGRAPHIEKRISE
Gleichzeitig mit dem Anheben der Geburtenrate sind die vorhandenen Potentiale in Deutschland besser auszuschöpfen. Hierzu dienen eine optimierte Aus‐ und Weiterbildung sowie flexible Modelle einer sich parallel zum Anstieg der Lebenserwartung verlängernden Lebensarbeitszeit.

Na. liebe noch-nicht-ganz-Rentner, klingt das nicht toll? Ihr werdet länger arbeiten müssen, wenn ihr die AfD wählt. Wenn Rentner das wollen, dürfen sie es ja jetzt schon (außer im öffentlichen Dienst)… Nachteil des Ganzen: die gut bezahlten Jobs werden statt für Jüngere weiterhin von den Älteren blockiert. Das ist dann doch sicher auch ein Anreiz, Kinder zu kriegen, wenn man weiß, dass es keine Karriere geben wird, oder?

Neben dem Ausmaß der körperlichen Belastung durch den jeweiligen Beruf sollte z.B. auch die Anzahl der Kinder, für die ein Rentner während seiner Erwerbstätigkeit aufgekommen ist, für den Zeitpunkt des abschlagsfreien Renteneintritts ausschlaggebend sein.

Dann werden sich ja viele Rentner auf eine Rentenkürzung einstellen dürfen. Wo es Gewinner geben soll, muss es auch Verlierer geben.

Die nach wie vor Millionen zählenden Arbeitslosen sowie die Leistungsbereitschaft einer zunehmend aktiveren älteren Bevölkerung dürfen nicht vernachlässigt werden. In Mangelberufen sind adäquate Arbeitsbedingungen und eine marktgerechte Entlohnung geboten.

Mangelberufe sind unter anderem Pflegeberufe. Aber die meint die AfD sicher nicht.

Schließlich gilt es, die fortgesetzte Abwanderung eigener (Hoch‐)Qualifizierter zu vermeiden. Bereits ausgewanderte Deutsche sind mit speziell auf sie zugeschnittenen Initiativen zur Rückkehr zu motivieren.

Heim ins Reich, hatten wir auch schon mal. Und mit Sicherheit wird man Ausgewanderte mit einer Gesellschaftspolitik, die Individualität für ein Schimpfwort hält, zur Rückkehr bewegen. Besonders wenn für sie selbst oder ihre Frauen schon ein Platz am Herd reserviert ist. Ganz sicher wird das ein großer Erfolg.

Eine graduelle Abnahme der Bevölkerungszahl darf in Deutschland als einem der am dichtesten besiedelten Länder der Welt kein Tabu sein. Neue Techniken der Automatisierung und Digitalisierung bieten Deutschland die Chance, auch bei einer abnehmenden Zahl an Arbeitskräften die Wirtschaftskraft Deutschlands zu erhalten ohne gravierende Wohlstandsverluste. Mittels der skizzierten familien‐ und migrationspolitischen Maßnahmen soll eine krisenhafte Zuspitzung der demografischen Entwicklung vermieden und langfristig eine stabilere Bevölkerungsstruktur herbeigeführt werden.

Huch, die AfD will also ein Einwanderungsgesetz. Wie das aussehen soll, wurde zwar noch nicht beschrieben… Aber das dürfte ihre Unterstützer ja doch eher überraschen. Und die restlichen nicht mal skizzierten Maßnahmen sind wohl eher schlechte Scherze.

Weiterhin fällt auf, dass die AfD die demographischen Probleme nahezu ausschließlich als wirtschaftliche Probleme versteht – sie gehen jedoch viel weiter als nur fehlende Arbeitskräfte.

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