Das kam einfach  daher, dass der entsprechende Antrag aus verschiedenen Gründen, deren Erläuterung zu weit führen würde, nicht behandelt wurde. Sagen möchte ich es aber trotzdem, darum gibt es das jetzt im Blog:

Hallo allerseits,

mir geht es zur Zeit nicht gut. Und das hat sicher auch was mit den Zuständen in der Partei zu tun. Ich sehe viele Piraten, die ich persönlich in den letzten Jahren in der Partei sehr zu schätzen gelernt habe, denen es nicht besser, sondern eher noch schlechter geht. Und das tut noch zusätzlich weh. Viele haben sich zurückgezogen, andere sind zurück- oder ausgetreten, als letztes prominentes Mitglied in einer längeren Kette Nati, wer ihn nicht kennt, Schatzi in BaWü.

Warum passiert das? Häufig wird die fehlende Anerkennungskultur und die dafür grassierende Shitstormkultur genannt. Das ist nur die halbe Wahrheit.

Wir arbeiten alle ehrenamtlich in der Partei, neben einem Job, Studium und vielleicht noch einer Familie. Freunde, naja die kommen da schon gerne mal zu kurz. Als Ersatz für Anerkennung fungiert stattdessen Kritik, gerne auch persönlich, und ohne mit dem Betreffenden zu reden. Es ist ja leichter, über die Person zu reden oder zu twittern. Dann kommen so lustige Meme wie „Peukertpartei“ zustande. Kein Wunder, dass eines der aktivsten Vorstandsmitglieder der letzten Jahre keine Lust mehr hat.

Wir sind aber als Partei angetreten, die Gesellschaft zumindest ein klein wenig zum Besseren zu verändern. Wie können wir dann intern jeden bis aufs Blut bekämpfen, der das auch innerhalb der Partei möchte?

Ich sehe Mitglieder, die sich scheinbar als wichtigstes Ziel gesetzt haben, zu überwachen, ob auch alle Prozesse so genannten piratigen Prinzipien entsprechen. Das Ergebnis ist zweitrangig, Hauptsache der Prozess ist piratig. Was dabei vergessen wird, ist dass Prozesse viel Zeit verschlingen – Zeit die dann für Ergebnisse fehlt. Den Shitstorm gibt es dann nicht für das Ergebnis, in seltenen Fällen für fehlende Ergebnisse, sondern für den Prozess, der nicht piratigen Prinzipien entspricht. Dass diese nirgendwo niedergelegt oder beschlossen sind, sondern jeder etwas anderes dafür hält, ist dabei nur noch eine Randnotiz.

Wer in einem Vorstand ist oder für ein Versammlungsamt kandidiert oder eine Beauftragung hat und etwas bewegen möchte, ist dann gerne machtgeil, will die Partei zerstören und sowieso alles nur in seinem Sinn manipulieren. Ein paar schöne Beispiele dafür haben wir gerade heute morgen bei den Diskussionen um die VL und die GO gesehen.

Was dabei gerne vergessen wird: wir haben es mit Menschen zu tun, die sehr viel Zeit und Energie in etwas gesteckt haben und – sie kennen die Partei schon gut genug – auch kein Lob, Flausch oder ähnliches erwarten. Sie wissen zumindest rein kognitiv, dass sie im wesentlichen Kritik erwartet. Sie tun Dinge, weil sie davon überzeugt sind, dass sie uns alle weiterbringen werden. Ob sie deshalb damit umgehen können, dass sie viel Arbeit in eine Sache oder ein Projekt stecken, das von anderen torpediert wird, die hätten mitwirken können, es aber lieber aus welchem Grund auch immer nicht getan haben? Ich bin der Überzeugung, das können Viele nur sehr begrenzt aushalten.

Warum ich das erzähle? Der von mir eingereichte Satzungsänderungsantrag ist auch so ein Beispiel. Ich bin allerdings nach wie vor der Überzeugung, dass der BEO uns in der Partei nicht weiterhelfen wird, Parteitage in lustvolle Veranstaltungen für alle zu verwandeln. Auch mit einem funktionierenden BEO werden die Parteitage nicht anders aussehen als die letzten Das müssten sie aber, um wieder Spaß zu machen.

Aber nach dem eben Gesagten kann ich nicht anders, als den Antrag zurückzuziehen. Und bitte auch, ihn nicht zu übernehmen.

Danke.

P.S:  Kommentare sind #ausgründen ausgeschaltet, wer etwas hinterlassen möchte, weiss im Zweifel, wie man mich kontaktiert.

Was denkst du?