Es ist gerade eine traurige Zeit – aber es war vorhersehbar. Der BuVo steht im Kreuzfeuer und weiss nicht, wie ihm geschieht. Es wäre ja nicht der erste BuVo, dem es so geht… Aber wie konnte es so weit kommen, in so kurzer Zeit? Schauen wir mal in die letzten Monate zurück.

Die Partei lag im Streit, jeder gegen jede, die Bundesverwaltung mischte sich auch ein, Teile des Bundesvorstands traten zurück, viele schossen gegen den Vorstand (und dann gegen den Rest-Vorstand), auch jetzige Mitglieder des Bundesvorstands. Es wurde ein neuer Parteitag ausgerufen und die Angriffe gingen weiter.

Die damaligen Kandidaten und jetzigen Mitglieder des Bundesvorstands haben entweder die Lage mit eskaliert (und damit ihre Wahlchancen gesteigert) oder sich komplett rausgehalten. Was jedenfalls niemand getan hat: zur Mäßigung aufgerufen oder versucht, zumindest den kommissarischen BuVo zu schützen, erst recht nicht die Kandidaten, die diesen Scherbenhaufen zusammen kehren wollten. Darüber blieben Entscheidungen liegen (die vom kBuVo sowieso nicht akzeptiert worden wären) und es türmte sich ein Berg an Arbeit auf, der kaum zu bewältigen war. Viele Probleme, aufgeschoben, nicht aufgehoben. Viele Menschen, die sich nach den Erfahrungen der letzten Monate gegenseitig alles Schlechte, aber wenig Gutes zutrauen. Darunter auch nicht wenige Kandidaten bzw. jetzt Mitglieder des Bundesvorstands.

Der Parteitag wurde zu einer Richtungsentscheidung hochstilisiert, Kandidaten haben sich als Vertreter der einzig rechtgläubigen Auffassung präsentiert, populistische Reden geschwungen und die Erwartung geweckt, wenn sie erst Vorstand würden, wäre alles wieder gut und „die Störer“ würden rausgeworfen. Es würde die harte Hand regieren und der eiserne Besen angesetzt. Die Kandidaten wurden allesamt mit einer Mehrheit von über 60% gewählt und dachten, sie hätten jetzt mit der klaren Entscheidung eine starke Position. Das war ein Fehler: sie haben eine lose-lose-Situation, in die sie sich selbst hereinmanövriert haben, mit Stärke verwechselt.

Und jetzt kommt das erste Gate (ob berechtigt oder nicht) und der BuVo tut: nichts und schweigt. Und bestätigt damit die Erwartungen, die manche an ihn hatten. Das Gate schaukelt sich weiter hoch, die Erwartungen an den BuVo der einen Seite werden nicht enttäuscht, die der anderen sind übersteigert und werden enttäuscht. Ja, sie müssen enttäuscht werden, wenn je wieder Ruhe einkehren sollte. Denn egal, was der BuVo tut oder auch nicht tut, er steht in Kritik. Und der BuVo sitzt nackt auf einem Hügel und staunt ob des Geschehens. Er hätte das Nahen der Gefahr sehen können. Sie war groß und offenkundig genug. Wenn er sich seiner Position bewusst gewesen wäre.

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