Heute wurde das Wort „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres 2014 gekürt. Zu Recht. Es ist Teil eines ebenso genialen wie gefährlichen Narrativs.

Die Pegida-Bewegung (und noch mehr der Ableger Legida in Leipzig) hat sich eine Phantasiewelt ausgedacht und projiziert auf diese ihre Ängste – die wie jede Angst im Kopf entsteht. Eigentlich könnte man diesen Ängsten begegnen, indem man darüber aufklärt, dass die Grundlage der Angst irreal ist und es für die Ängste demnach auch keinen Grund gibt.

Allerdings hat die Pegida-Bewegung sich dagegen schon immunisiert. Das passende Narrativ dafür ist „Lügenpresse“: Alles, was nicht in das ausgedachte Weltbild der Pegida-Bewegung passt und in den Medien berichtet wird, ist Teil der Lügenpresse, denn man weiß es ja besser. Aus der von PI-News, RTDeutsch und DWN genährten blühenden Phantasie. Entweder Informationen passen ins eigene Weltbild oder sie entstammen der Lügenpresse. So immunisiert man sein Weltbild.

Was denkst du?