In Napier begrüßte mich mal wieder Sonnenschein am Meer und eine Stadt, die in den 1930er Jahren komplett neu aufgebaut wurde – nachdem ein Erdbeben sie 1931 komplett platt gemacht hatte, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. In der Stadt hängen ein paar Fotos, die zeigen, wie es an dem Ort nach dem Erdbeben aussah. In den deutschen Innenstädten standen 1945 jedenfalls mehr Gebäude. Das sorgt aber für eine ziemlich komplette Jugendstilstadt. Das ist auch ganz hübsch aber recht … klein. Viel mehr als die Uferpromenade und drei parallele Straßen gibt es nicht. Dafür gibt es aber zwei Countdown-Supermärkte, die direkt nebeneinander liegen (und daneben noch ein dritter).
In Napier wird auch das „Freedom-Camping“ Verbot recht rigoros durchgesetzt, es gibt nur einen Parkplatz recht weit außerhalb, auf dem man campen darf. Der ist dafür überfüllt, während die Parkplätze für Camper, die eingebaute Toiletten haben, leer bleiben. Dabei stehen überall öffentliche, kostenlose und saubere Toiletten rum, sowohl an den Parkplätzen am Strand als auch in der Innenstadt. Das könnte einer der Gründe sein, wieso Neuseeland so sauber: es gibt überall nicht-überfüllte Mülleimer und saubere kostenlose Toiletten.
Dann geht es am nächsten Tag ins weniger bemerkenswerte Hastings (vor der Art Gallery sind eine Menge Pou der verschiedenen Iwi Neuseelands, Gallerie unten) und da die ersten beiden Weingüter. Elephant Hill ist hoch professionell und modern und hat seine Gewürztraminer-Reben rausgerissen, weil ihre Kunden nicht in der Lage gewesen sein sollen, den Namen auszusprechen. Dabei ist der echt gut. Also er war es. Verrückte Welt.
Nebenan ist Clearview Estate, deutlich kleiner und mit erkennbar weniger Geld, dafür aber deutlich netter. Was mich bei beiden erstaunt hat, war, dass sie ihren Wein quasi direkt am Pazifik anbauen und das bei Wind, der logischerweise häufig von der See kommt. Es scheint dem Wein aber nicht zu schaden.
Auf dem Zeltplatz wohnte die am wenigstens scheue Entengruppe der sowieso schon nicht scheuen neuseeländischen Enten. Die haben einem das Brot aus der Hand gefressen und sind mir auch schon mal auf die Füße getreten… Der Zeltplatz war voller Work&Travel Reisender, die hauptsächlich auf den Obstplantagen von Hawkes Bay arbeiten.
Am nächsten Morgen bin ich nochmal zu dem am besten versteckten ehemaligen Pa Neuseelands gefahren. Eine Ausschilderung gibt es gar nicht bis man davor steht. Scheinbar will das DOC nicht, dass man das Otatara Pa findet. Dabei ist es das einzige, das ich gesehen habe, wo man überhaupt Teile rekonstruiert hat und sich ungefähr vorstellen kann, wie so etwas ausgesehen haben könnte. Das fehlt nämlich leider überall, auch in den Museen.
Dann bin ich noch einen kleinen, größeren Umweg über Pongaroa in einer wunderschönen grünen hügeligen, menschenleeren Landschaft gefahren. Ich hätte ja gedacht, dass es sich um eine größere Siedlung handeln müsste, wenn sie schon 60 km vorher ausgeschildert ist. Größer ist allerdings relativ, in dem Fall reichen bereits 20 Häuser. Der Tag endete in Wellington, aber das ist ein neues Kapitel.

Vor der Hastings Art Gallery sind viele verschiedenartige Pou der verschiedenen Iwi Neuseelands.

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