Jetzt die Südinsel. Erst mal paddeln gehen, die Marlborough Sounds sollen ja toll sein. Sind sie auch, nur leider verleihen sie auf der Südinsel keine Kanus an Einzelpersonen, in der Bay of Islands war das ja kein Problem. Hier ist das Wasser spiegelglatt und in Elaine Bay und Okiwi Bay gibt es keine kommerziellen Schiffe, aber nix zu machen. Wunderschön ist es trotzdem, die Buchten und Strände sind sogar schöner als im Abel Tasman Park. Und weil es so schön ist, ist der Campingplatz fast leer. Das soll allerdings auch praktisch der einzige im Süden bleiben, bei dem das so ist…
In Nelson gucke ich dann nach geführten Kanutouren im Abel Tasman Park – es gibt welche, allerdings startet die Tour in zwei Tagen. Also noch zwei Tage rumbringen bis dahin. So einfach wird das nicht, so viel gibt es nicht zu tun.
Zwei Weinproben auf nicht ganz überzeugenden Weingütern, deren Spezialität Rotweine sein wollen und die nicht älter sind als ich, lande ich dann in Motueka, so ziemlich der einzigen wichtigeren Stadt vor Westport (ungefähr 250 km entfernt, im Süden ist alles ein wenig weiter entfernt).
Also erst mal in Motueka einkaufen (das musste ich auf der Südinsel stärker planen als im Norden, hier wohnen auf der größeren Insel nur 1 Mio Menschen, im Norden 3,5 Mio) und es gibt sogar vernünftiges Brot. Also welches, das sich wie Brot anfühlt und auch so schmeckt. Auch wenn ich erst mal in den Abel Tasman Park fahre, das Brot wird gekauft. Zwei Tage im Auto schaden ihm ja nicht so sehr. Das Papptoastbrot, das ich vorher gekauft hatte, ist dann … ach egal. In Motueka habe ich jedenfalls eine angenehme, nicht ganz so illegale Übernachtungsgelegenheit gefunden: Der Parkplatz des örtlichen Golfclubs. Der örtliche Platz für Camper hält zwar eine Dusche und Grills bereit, aber ist wie üblich nur für Camper mit Toilette. Dafür sitzen da Deutsche mit Weihnachtsmannmützen. Ist ja auch der 22.12.
Neben einer Bäckerei hält der Ort noch eine französische Patisserie und ein kleines Museum bereit, das eine Apfelausstellung enthält (ein Nachbarort heißt Braeburn) und natürlich auch ein paar Informationen zu Gallipoli. Und zur Einwanderungsgeschichte, die auf der Südinsel wohl vor allem von der New Zealand Company auf recht zweifelhafte Art und Weise organisiert wurde. Vollkommen zusammenhanglos hängt da im Museum auch ein Erklärbärplakat für die verschiedenen Creative-Commons Lizenzen.
Im ehemaligen Hafen liegt ein verrottender ehemaliger Minenleger (gebaut 1901 in Schottland), der nach dem zweiten Weltkrieg als Trawler umgerüstet wurde, aber dafür untauglich war: Schiffe seiner Größe durften nicht in Küstennähe fischen und für weite Ausflüge war nicht genug Platz für Kohle. Also liegt er jetzt als eine Art Denkmal im versandeten ehemaligen Hafen.
Der nächste Tag führte dann nach Kaiteriteri (ein Ferien- ja was eigentlich, Ort eigentlich nicht) auf einen Zeltplatz, bei dem eine freundliche ältere Schweizerin an der Kasse stand. In Kaiteriteri gibt es viel Strand und einen noch größeren Campingplatz, leider aber kein gutes Wetter. Der Abend bringt noch eine nette längere Unterhaltung mit einem französischen Pärchen. Und dann ging es auch schon in den Abel Tasman Nationalpark, aber das wird eine andere Geschichte.

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