Vorbemerkung: Dieser Post hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nichts weiter als meine subjektive Sicht der Dinge, soweit ich sie durch Recherchen belegen konnte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es Dinge gab, die ich nicht mitbekommen oder gefunden habe.
Am vorletzten Wochenende fand die open mind 2013 statt. Eine freundliche Veranstaltung mit freundlichen Menschen, wie eigentlich jedes Jahr. Streit gab es keinen und alle kamen gut miteinander aus. Bis der große Shitstorm nach der open mind aufkam.
Ich schreibe hier mal eine Chronologie der Ereignisse, so wie ich sie wahrgenommen bzw. recherchiert habe.
Sonntag: Am Sonntag hielt Jasna (@faserpiratin) einen Vortrag über Hate-Speech während der Aufschrei-Debatte im Frühjahr und zeigte ein paar Beispiele von Tweets verschiedener Autoren, die diese vielleicht besser nicht getippt hätten. Das ganze garniert mit Screenshots von den entsprechenden Tweets, denn – so hat die Debatte gelehrt – alles was nicht belegt wird, wird von denjenigen, denen es nicht passt, sofort als fake angeprangert. Meiner Erinnerung nach kamen die entsprechenden Screenshots auch in dem Aufschrei-Vortrag von Anne Wizorek auf der re:publica vor, da bin ich mir aber nicht sicher. Gestreamt wurde der Vortrag auch, genauso wie der Rest der Vorträge auf der open mind.
Irgendwas prangerartiges konnte ich in dem Vortrag und den Reaktionen der Zuhörer nicht feststellen.
Montag: Es passierte nichts nennenswertes, nur das was schon am Sonntag angefangen hatte.
Dienstag: Der Vortrag wurde, wie alle anderen, online gestellt und dann ging eine Diskussion los – ob es das Urheberrecht einer Autorin mehrerer Tweets verletzen würde, dass bei dem Vortrag der Avatar der Autorin in den Screenshots erkennbar ist. Und dass das natürlich ein Verstoß gegen den Datenschutz sei. Wohl gemerkt – am Dienstag, nicht am Sonntag während des Vortrags, obwohl auch dort schon sehr vorhersehbare und wenig positive Reaktionen über twitter liefen. Nämlich von Anti-Feministen.
Mittwoch: Am Mittwoch schrieb die eine Autorin der Tweets dann einen Blogpost, in dem sie den Versuch einer Entschuldigung unternahm und forderte, dass der Avatar (nicht: ihr Twittername) verpixelt oder gelöscht werden möge – wegen Urheberrecht. In dem Blogpost stand nichts über Bedrohungen, Beleidigungen oder ähnliches ihr gegenüber. Auf Twitter auffindbar war im nachhinein nur ein Angriff – von Herzmut aka mylittlevilain, der vorsichtig gesagt nicht zur Kerngruppe „Feministen in der Piratenpartei“ gehört sondern damit eher nichts zu tun hat (inzwischen ist er nicht mehr auffindbar, der account wurde gesperrt).
Mittwoch/Donnerstag: Darauf folgend entwickelte sich auf Twitter eine Debatte darüber, dass man doch in einem Vortrag Personen nicht erkennbar zitieren dürfe und dass das doch ein Pranger sei und damit abzulehnen. Dann wandte sich die Autorin der Tweets per twitter an die Orga, mit der Bitte, doch das Bild in dem Video zu verpixeln, weil sie Angst um ihre Zukunft habe. Später kam dann auch noch die Aussage, sie werde bedroht. Die Orga antwortete, dass sie das doch bitte per mail und nicht per twitter tun möge. Das zu tun weigerte sich die Autorin.
Donnerstag: Plötzlich ging das Blog der Twitterin faktisch offline und zu lesen war nur ein „Brief eines besorgten Vaters“, der die Piratenpartei angreift, weil offenkundig aus der Piratenpartei ein Pranger errichtet worden sei und seine Tochter mit Gewalt bedroht wurde. Spuren davon gibt es keine. Dafür aber eine Stellungnahme von Julia Schramm und mehreren Personen aus dem „Kreis der Feministinnen in der Piratenpartei“ (den es so nicht gibt, aber egal), dass Drohungen, Beleidigungen etc. widerwärtig und immer abzulehnen seien. Kann man auch nachlesen.
Seit Donnerstag: Es entspann sich eine große und immer noch anhaltende Debatte darum, wie böse es doch sei, öffentlich sichtbare Tweets in einem öffentlich sichtbaren Vortrag zu verarbeiten. Des Weiteren gab es Angriffe gegen „die Feministinnen“ wegen Doppelzüngigkeit, Errichten von Prangern, Mobbing etc. Das kann man alles auf Twitter nachlesen und das will ich hier gar nicht dokumentieren, darum geht es mir nicht in erster Linie.
Aus meiner Sicht passt an der Geschichte so einiges nicht.
  1. Wenn mit dem Vortrag ein „Pranger“ bzw. Mobbing beabsichtigt gewesen sein sollte, wie einige meinen, dann ging das schief. Dann hätte die Prangerwirkung früher einsetzen müssen, entweder schon während des Vortrags (der live ins Internet übertragen wurde) oder zumindest nachdem er online gestellt wurde. Alle Personen, die man dem für die Angriffe gegen die Twitterin angeblich verantwortlichen Kreis der „Radikalfeministinnen“ angehören, kannten den Vortrag bevor die Angriffe begannen, und zwar so lange, dass es sehr unwahrscheinlich erscheint, dass ausgerechnet die Veröffentlichung des Videos zu einer Reaktion mehr als einen Tag später führte. Die einzigen nachweisbaren Angriffe, die der Vortrag ausgelöst hat, richten sich gegen Jasna bzw. „die Radikalfeministinnen“ und die kamen schon während der open mind auf twitter auf.
  2. Der angebliche Pranger ist auch deshalb gescheitert, weil auf Twitter überhaupt keine Spuren von Angriffen gegen die Twitterin zu finden sind, auch keine Bedrohungen, Beleidigungen oder ähnliches, wie es der Vater in seinem Brief erwähnt. Zum Zeitpunkt des Blogposts (zur Erinnerung: der Vortrag war vier Tage vorher, das Video einen Tag online) erwähnt die Autorin nichts von Angriffen oder ähnlichem. Das ist bei einem angeblich geplanten, breit angelegten Shitstorm sehr sehr ungewöhnlich, zumal die angeblich für die Angriffe Verantwortlichen alle auf Twitter ziemlich aktiv sind. Das eigentliche logische Mittel wäre demnach twitter gewesen. Die Angriffe sollen sich aber ausschließlich in den Kommentaren oder per Mail zugetragen haben. Das ist nicht nachprüfbar, aber zumindest ist wahrscheinlich, dass irgendetwas passiert ist. Es macht aber gleichzeitig einen großen Feministinnen-Mob, der über das arme kleine Mädchen herfällt, zumindest sehr unwahrscheinlich.
    Funfact am Rande: der Vater hat soweit ich mich erinnere den Mob auch nicht erwähnt, die Behauptung tauchte nur auf twitter auf.
  3. Aus dem Zeigen des Avatars in der Aufzeichnung eine Bedrohungsmöglichkeit abzuleiten, ist skurril. Am Samstag hat es jemand auf twitter geschafft, die Person hinter der Twitterin inkl Wohnort und Adresse ausfindig zu machen, ohne viel Recherche und ist auf sehr viel bessere Bilder einer Person gestoßen. Der Avatar trägt also nur sehr wenig zur Identifizierung der Twitterin bei. (Logisch wäre der Vorwurf mit dem Urheberrecht allerdings, wenn der Avatar gar nicht die Twitterin selbst zeigt, dann wäre allerdings die Verwendung des Avatarbilds ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Dann kann man auch Angst kriegen wegen der Verbreitung – vor einer Abmahnung nämlich).
    Juristisch ist der Vorwurf ebenso Unfug wie auf der Sachebene: es gibt das Zitatrecht und das Bundesdatenschutzgesetz greift nur bei personenbezogenen Daten, die nicht aus öffentlich zugänglichen Quellen stammen. Die Screenshots waren Zitate und Twitter ist nun mal ein öffentliches Medium.
  4. Neben fehlenden sichtbaren oder nachgewiesenen Angriffen ist es sehr merkwürdig, bei  anonymen Medien wie Mails und Kommentaren gerade der Piratenpartei die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich vermute auch, dass es irgendwelche Kommentare und Mails gab – woher die kamen, lässt sich nicht feststellen, schon gar nicht für Außenstehende. Andere Varianten der Urheberschaft sind ebenso denkbar.
    Nicht zuletzt ist es komisch, dass gerade diejenigen, die Angriffen wie den behaupteten ausgesetzt sind, genau dieses Mittel nutzen sollen. Auszuschließen ist es nicht, es würde aber besser zu denen passen, die derartige Angriffe schon lange nutzen. Und wenn man nach dem cui bono des ganzen Schlamassels fragt, landet man auch eher nicht bei den angeblichen „Radikalfeministinnen“.
  5. Es wäre auch merkwürdig, wenn „die Radikalfeministinnen“ einen „Pranger“ planen würden, der nur mit mehreren Zwischenschritten überhaupt zündet und dabei nicht sähen, dass er zuallererst ihnen auf die Füße fallen wird. Und das, obwohl ihnen so viel schlaues Verhalten zugetraut wird, dass sie schon vorher genau wissen, welche Reaktionen es geben wird und dass genau eine Person aus der Mehrzahl der Tweet-Autoren persönlich vernichtet werden würde.
  6. Zu Stirnrunzeln bei mir führt jedenfalls, dass der Vater der Autorin einen sehr deutschen Nachnamen hat und als Wohnort Deutschland angibt, während seine Tochter (also die Person, die auf dem Avatar abgebildet ist) einen polnischen hat und vorgeblich in Polen wohnt, und Bilder von ihr auf polnischen Modelseiten zu finden sind, sie aber ein Blog auf deutsch betreibt und offensichtlich Muttersprachlerin ist. Dafür kann es allerdings durchaus logische und plausible Erklärungen geben. Malte Welding hat danach gefragt, allerdings keine Antwort bekommen. Was aber auch nichts heißen muss.

Nachtrag

In der Nacht zu Dienstag nahm die Geschichte eine auch für mich etwas überraschende Wendung. Malte Welding hat hier einen Post veröffentlicht, in dem er sagt, dass der angebliche Vater ihm bestätigt hat, dass „kleines-scheusal.de“ von einer PR-Agentur betrieben wurde (er hat auch praktischerweise eine). Ein paar Fakten passen ganz gut dazu: Die Person auf dem Avatar hat eine rein polnische Facebookseite und taucht auf polnischen Modelseiten auf. Spuren in Deutschland oder auf deutsch hat sie im Internet wohl nicht hinterlassen. Dazu passt auch, dass eine Freundin meinte, stilistisch seien die Blogeinträge und der „Brief des Vaters“ von derselben Person geschrieben worden. Auch das kann ich nicht nachprüfen, aber in der Debatte basiert ja sowieso fast alles nur auf Glauben.
Wenn die Information stimmt –  sie ist nicht besser belegt als die Behauptung, es hätte Bedrohungen gegen die (angebliche) Autorin der Tweets gegeben – fällt damit wohl auch die Behauptung der Hetzjagd gegen eine wehrlose 19-jährige. Zumindest ist diese Angabe, die nur von dem Vater stammt, damit wohl diskreditiert. Den Punkt „Hetzjagd, Pranger und Bedrohung“ können wir wohl beiseite legen.
Welche Schlüsse jeder für sich aus der Geschichte ziehen will, bleibt jedem selbst überlassen.
Nachtrag 2
Malte Welding hat jetzt auch den Brief des Agenturchefs veröffentlicht. Die Geschichte klingt zumindest noch plausibler jetzt. Das als fake abzutun dürfte ziemlich schwer werden.

23 Kommentare

  1. 1

    Schön wäre es, wenn man zwischen „Kritiker“ und „Maskutroll“ noch eine Unterscheidungsmöglichkeit macht und das scheint auch der Vorwurf zu sein: Kritik wird zu schnell generell abgewertet, alle werden einheitlich als Hater bezeichnet.

    Dabei liegt ein ziemliches Spektrum zwischen den Äußerungen

    • Ich hab nix von Maskutrollen geschrieben. Und auch das Wort hater kommt bei mir nicht vor.

      • Aber in dem Vortrag oder?

        Es scheint mir nicht ganz unwesentlich für das „Gate“, da damit eben der Eindruck erweckt wurde, dass „Ohdomino“ ebenfalls vom kaliber „ihr gehört durchgevögelt“ war.

        Waren sie aber meines Wissens nach nicht.

        zumal ja von der anderen Seite her Begriffe wie „Privilegienpenis“ oder „schwanzträger“ durchaus Verwendung fanden. Das wäre ja dann das Gegenstück zur „Fotze“

        Allgemein finde ich es schade, dass man nicht einmal in einen kritischen Dialog eintreten kann. Würde ich für produktiver halten.

        • der eindruck wurde nicht erweckt. es war klar, wer was geschrieben und eben nicht geschrieben hat.

          wie an anderer stelle gesagt: jeder ist für das verantwortlich, was er/sie selbst sagt. für nicht mehr und nicht weniger.

          finde ich auch schade. aber das wird halt durch persönliche angriffe … schwierig. und die diskussion geht halt sehr schnell auf die „argumentations“ebene „feminazi“ und damit ist sie eigentlich schon vorbei, bevor sie angefangen hat.

  2. 2

    Mir ist nicht bekannt ob Leute behaupten die Piratenpartei würde sich aktiv am Mobbing beteiligen. Was ich sehr viel mitbekomme ist das die Leute es kritisieren das die Piratenpartei eine Plattform für einen Pranger geboten hat und dem Umgang mit der Kritik genau daran.
    Wahllos einzelne Tweets von Menschen unter dem Etikett „Das sind alles Hater“ zu präsentieren ist nichts anderes als ein Pranger. Im Namen einer Partei eine Veranstaltung abzuhalten in welcher Menschen bzw. deren Onlineprofile unter einem gemeinsamen Etikett vorgeführt werden ist mehr als nur fragwürdig.

    Niemand aber hat die Grösse sich hinzustellen und zu sagen „Das war ein Fehler, das hätten wir nicht machen dürfen, wenn irgendwelche Menschen Zweifel verbreiten ist das kein Grund Leute auf einer Parteiveranstaltung unter einem gemeinsamen Etikett als schlechte Menschen anzuprangern. Ein Vortrag über Hatespeech lebt nicht davon Menschen damit in Verbindung zu bringen sondern die Sprache und das Problem aufzuzeigen“.
    Stattdessen wird versucht das mit allen Mitteln zu verteidigen, von dem Grundproblem (Pranger) abzulenken und das „Opfer“ in Zweifel zu ziehen.

    Ist es nicht genau das was sonst immer vorgeworfen wird das Frauen passiert die Belästigung erfahren? Warum wird da mit zweierlei Mass gemessen? Ist das hier: http://www.taz.de/Schlampen-und-Helden/!122822/
    so viel anderes als Menschen öffentlich als Hater blosszustellen …. eine Form der sozialen Kontrolle der Meinung von Menschen?

  3. 3

    Ich habe den Vortrag auch gesehen und kann ebenfalls nirgendwo ein Anprangern feststellen. Es war ein Aufzeigen, ein Vorstellen. Alle, die sich in den Tweets wie auch immer geäußert haben, haben die volle Verantwortung dafür. Da gibt es für mich überhaupt kein Vertun. Ich kann einfach nicht begreifen, wie Leute, die öffentlich beschimpfen, beleidigen und diffamieren, im Nachhinein verharmlosend als „Kritiker“ bezeichnet werden können. Kritisch war da überhaupt nichts, nur beleidigend, herabsetzend und unter der Gürtellinie beschämend.

    Ich bin übrigens die, die als „selten dämliche Fotze“ bezeichnet wurde. Konnten alle sehen. Mein Nickname stand daneben. Der meines Beleidigers auch, dessen Account (DerHarteSchwanz o.ä.) längst verschwunden ist, während meiner weiter lebt, weil er meine Identität im Netz bedeutet.

    Doch was ich in den letzten Tagen da für Theorien und Behauptungen und Vermutungen und Tatsachenverdrehungen gelesen habe, lässt mich nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich weiß noch, als ich meinen ersten Tweet unter #aufschrei schrieb (und das waren gar nicht so viele, das meiste habe ich dann unter alltagssexismus.de gepostet), bekam ich sofort als Reaktion von so einem Typen die Behauptung um die Ohren geknallt, dass ich mir das ja nur ausgedacht hätte.

    Und so geht es munter weiter. Es wird angezweifelt, Spieß umgedreht, verleugnet was das Zeug hält. Und es wird immer schlimmer. Es ist unerträglich. Wirklich.

  4. 4
    Herr Vorragend

    „Dann hätte die Prangerwirkung früher einsetzen müssen“

    Ich glaube kaum, dass es einen definitiven Zeitpunkt gibt, ab dem man einen Pranger nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Und zwar völlig abgesehen von #om13gate.

  5. 5

    Wie isn‘ das eigentlich mit dem Recht bei Deinen Gedanken? Ich habe den Vortrag nicht besucht. War denn in dem Avartar zum Tweet etwas, das aus urheberrechtlicher Sicht dazu führen muss, dass der Stream vom Netz genommen werden muss? Ich konnte den Beitrag nicht mehr direkt nachsehen und mir ein eigenes Bild machen. Das finde ich schade.

    • soweit ich sehe nicht. es sei denn, das avatarbild gehörte nicht der inhaberin des twitter-acc.
      aber dann wäre das auch nicht die angelegenheit der autorin.

  6. 6

    […] hat der Nutellapirat eine vorläufige Zusammenfassung abgegeben: Was wir wissen und was er vermuten kann.  Vorläufig. Denn zu Recht weist er darauf hin, dass sie nicht vollständig ist. Auch nicht […]

  7. 7

    1. wie sie aus sachkundigen erwägungen auf twitter wohl ersehen haben, bejaht das BDSG auch die schutzwürdigkeit von öffentlich zugänglichen daten.

    2. es wurde eine 19 jährige öffentlich an den pranger gestellt, ihre bitte um anonymsierung ihres avas geradezu höhnisch abgelehnt und sie in einen zusammenhang gestellt, in den sie sicher nicht gehört.

    3. IHR umgangston auf twitter ist unter aller kritik.
    ich habe die sachkundigen erwägungen von @TheSchommes zu ihrer rechtsposition durch RT öffentlich gemacht und wurde von ihnen gefragt, was ich nähme, um solche eingebungen zu bekommen? was soll das?

    4. es geht bei #om13Gate nicht darum, ob etwas passiert i s t, was die durch den vortrag der @faserpiratin angeprangerte 19jährige seelisch oder in ihrer lebensführung nachdrücklich beeinträchtigt hat, sondern o b der vortrag dazu geeignet war. wenn man die allgemeinen manieren der piraten bedenkt, so ist diese gefahr nicht gerade als gering einzuschätzen?

    5. stattdessen geben sie sich erwägungen hin, es sei ja nix passiert und der vater sei vielleicht nicht der vater und das mädchen ein fake. auch wenn das alles so w ä r e (der account des vaters spricht aber wohl eher dagegen), so hat erstmal der schutz für ein junges mädchen vorrang zu haben vor der täppischen pseudogenderstrategie selbsternannter sexismusvordenkerinnnen.

    6. man kann schlecht die verrohung der sitten anprangern und dann selber ähnlich agieren. auch IHR umgangston auf twitter weist ja leider in diese richtung.

    guter gruß

    @meleksgrafitto

    • das war kein vater…

      und die autorin des blogs ist mitarbeiterin in der agentur..
      (oder warum ist ihre e-mail domino@kleines-scheusal.de ?)

      war halt alles eine peinliche lüge..

      und jemand der twitter benutzt um öffentlich menschen zu beleidigen, fertig zu machen udn hate-speech zu verbreiten soll doch bitte nicht rumflennen, dass sie deshalb konfrontiert wird. Egal ob der mensch hinter dem account der ist, der er/sie vorgibt zu sein oder ne agentur die aus welchen gründen auch immer bullshit twittert und sich dann mit bullshit² rauszuwinden versucht..

      agentur des herrn schwarz:

      http://inkommodus.com/team.html

      sollte es demnächst änderungen geben, screenshots bestehen

      • tja.
        also der herr sch. in k. sagt in allem die unwahrheit, gell?
        außer darin, daß seine agentur dahinter steckt. dafür hat aber auch keiner einen einzigen beweis, oder? die frage, ob er vielleicht dem #ochdomino-jäger @maltewelding weit überlegen ist und ihn und allen, die das glauben wollen, hat glauben l a s s e n, es gäbe keine tochter, die stellt ihr euch aber lieber nicht.
        so hätte er sie zuverlässig geschützt, denn was ist ein besserer schutz als die vorstellung in den köpfen anderer, es gäbe jemanden nicht?
        ich verweise auf meinen blogpost „drei polnische models sagen hallo“ auf meinem blog
        http://dreipolnischemodels.wordpress.com bzw auf meinen account bei twitter @MelekSgrafitto
        irgendwelche feststellungen dazu, daß diejenigen, die ein haßerfülltes gefasel wie „das stalingrad der maskus“ seitens @laprintemps nicht weiter aufzuregen scheint, aber das hipsterFword für gaaaaanz schlimm halten, längst genau null glaubwürdigkeit mehr besitzen?
        die piraten waren empört als innenminister friedrich über eine klarnamenpflicht im netz nachdachte. eben einen solche klarnamen wollen sie jetzt ermitteln.
        #ochdomino hat nichts böses getan. der pranger, in dem sie in die ecke des sogenannten hatespeech gestellt wurde, war das einzige unrecht an der sache. denn da gehörte sie nicht hin, das wußte auch die vortragende. es hat hinterher keine drohungen gegeben? weil auf twitter keine zu finden waren, g a b es auch sonst keine? seltsame logik.
        glaubt, was ihr glauben wollt.
        aber jagt keine menschen, die kein unrecht taten. außer ihr recht auf freie meinungsäußerung wahrzunehmen.
        schlag nach bei thomas bernhard: das stehen auf fast jeder seite mehr invektiven, oft gegen existierende personen gerichtet, als #ochdomino je hätten einfallen konnten. das ist literatur. das kann man aushalten. das waren keine drohungen. protipp: bei wirklichen drohungen wendet man sich an die polizei. die kann dann die id-nr eines computer sehr schnell herausfinden. selbstjustiz und pranger haben aber in einem rechtstaat nichts verloren.
        guter gruß

        @MelekSgrafitto („drei polnische models“)

        • was ich aus dem kommentar gelernt habe: wir haben den feministischen mob, der keine spuren hinterlässt und nur auf angaben von herrn xxx beruht (die angabe muss richtig sein!) und die angabe von herrn xxx bzw. wenn man ihn der lüge bezichtigt, herrn welding, dass das alles gelogen war und nicht existiert hat (die angabe muss falsch sein bzw taktik!). das steht zwar anders als der böse feministische mob auf einer nachprüfbaren tatsachengrundlage, aber das kann man ja auch mal ignorieren.
          man kann sich die logik auch so zusammenbasteln, wie sie einem am besten in das bestehende weltbild passt. das nennt man dann wohl kognitive dissonanz. der obige kommentar ist ein wunderbares beispiel dafür.

          • naja.
            ich weiß nix genaues,
            sie auch nicht und kommissar welding schon gar nicht,
            aber ihr beiden habt recht?
            naja.
            ockhams razor hilft auch nicht wirklich weiter.
            weil es
            1. nichts über die tatsächlichkeit einer sache aussagt, sondern nur ein empirisch gesehen rechtes stumpfes deduktives billigbaumarktwerkzeug ist und
            2. alle versionen des herr sch. aus k. gleich kompliziert sind. und weldings ist auch nicht einfacher. er hat sich nur eine einfache gebastelt. baumarkt halt.

            eins müßten sie eigentlich zugeben:

            f a l l s der vater eine der beteiligten an dem scheusalsblog und zwar seine tochter schützen w o l l t e, so ist ihm das zu 100% gelungen.
            diese version ist nicht beweisbarer als die von @maltewelding, die ja schlicht die letzte des vaters i s t. der töchter h a t. die jetzt sicher sind. guter vater.

            vielleicht sollten sie auch endlich aufhören mit dem nicht stattgefundenen mobbing und den nicht ausgesprochenen drohungen zu hantieren.

            1. hat #aufschrei nicht auch von der glaubwürdigkkeit der opfer gelebt? ich könnte mich nicht darin erinnern, daß die frau himmelreich irgendeinen beweis für ihre geschichte hatte?
            brüderle nahm nämlich das recht des angeschuldigten in anspruch und schweigt. bis heute.
            s i e nehmen aber doch sicher an, daß das, was schon ein jahr nach dem schrecklichen vorfall im nichtsexistischen qualitätsmedium #STERN stand, die wahrheit ist? haben sie beweise? nein. tja. siehe oben.

            2. ist es nicht quasi der INHALT von #aufschrei, opfern grundsätzlich erstmal zu glauben, daß sie welche sind? aufgrund solcher aussagen nimmt dann die polizei ermittlungen auf etc. was dann rauskommt, kann auch mal überraschen. @Jörg_Kachelmann erzählt ihnen näheres.

            3. es gab auf #twitter keine spuren eines angriffs, also g a b es keinen? den blog erwähnt man in diesem zusammenhang nie. warum? ist der sofort nach dem pranger geschlossen worden? wirkliche frage. i c h weiß es nämlich nicht. der blog hatte eine kommentarfunktion?

            4. ihre persönliche freundin @Tiia_Aurora, von der sie sich jüngst ein bißchen verfolgt fanden, weil sie doch tatsächlich hartnäckig und freundlich auf tweets antwortete, in denen ihre eigene mention vorkam, berichtet, sie habe mit anderen gesprochen, die inhalt des faserpiratischen prangers waren und es habe drohungen gegeben.
            haben sie denn recherchiert, um wen es sich handelt und daß es da auch keine spuren auf twitter gab? und also a u c h keine angriffe und drohungen?
            @Tiia_Aurora ist, wie sie auf ihrem blog lesen können, auch schon opfer von gewalt geworden. dennoch hat sie #aufschrei scharf kritisiert.
            „die brüderle-story stinkt“ hieß es da.
            naja, sie stinkt nicht mehr und nicht weniger als die #ochdomino-story, oder?
            kein einziger beleg. eine reine sache der glaubwürdigkeit.

            5. verstehen sie es bitte endlich:
            ein blog und ein twitteraccount kann von mehreren personen betrieben werden. ein polnisches model gibt sein gesicht, ein herr sch. designt das teil und denkt an künftige modebeiträge, eine oder zwei seiner töchter lassen ein paar fröhliche bashings zum feminismus los, eine mitarbeiterin hilft beim formulieren und das kleine scheusal, als person mit der behaupteten biographie, die gibt es so also gar nicht.
            willkommen in #neuland.
            das ist nämlich alles erlaubt.
            aber verboten kann es sein, @TheSchommes hat es ihnen mit quasi ewiger geduld tagelang erklärt, selbst öffentlich zugängliche daten in der weise zu benutzen wie es beim pranger geschah. denn das model dominica h a t ja ein gesicht und einen facebookaccount und wollte nicht gejagt werden. wie man das eben heute kann, wenn man ein foto hat.

            6. daß der sch. dann in trudeln kam, da er ja nicht vorhersehen konnte, was da passierte, das ist nicht weiter verwunderlich. und er h a t t e die verantwortung.
            zb für seine real existierenden töchter und zwar EGAL, ob die geschrieben haben oder nicht!!! diesen punkt klammern alle, auch sie, völlig aus. das ist eigentlich eine schande?
            und sicher war seine erste nicht beste der möglichen reaktionen.
            doch auch so hat man den hohn der piraten schön vorgeführt:
            „challenge accepted“, dann nach einiger ewigkeit das video verpixeln, aber erst als gesichert war, daß es woanders ungeschmälert zu sehen ist. victim blaming nennt man das bei #aufschrei?

            7. bis zu diesem zeitpunkt mußte man von einem 19. jährigen mädchen ausgehen, ja?
            daß die faserpiratin erst d a n n alle zur entschuldigung antreten ließ, als „herauskam“, daß die anscheinend einzige deutsche feminismuskritikerin ein werbefuzzi ist, der sich hinter einem polnischen model versteckt, das sagt doch alles. vorher kann sie so ein gutes gewissen nicht gehabt haben.

            8. ich wiederhole mich: der vater hat die verantwortung übernommen. für seine tochter. das ehrt ihn. wer sich aber beitrag x oder y auf dem blog , oder tweet a oder b im account ausdachte und niederschrieb das weiß niemand. auch sie nicht. die geniale gänsefüßchenanalyse von kommissar @maltewelding zeigt es ja überdeutlich:

            9. ihr alle sucht eine person. und habt beschlossen, daß alles nur der herr sch. aus k. war. muß ich einem j u ri s t e n wirklich sagen, daß sowas, ginge es um etwas tatsächlich justiziables wie drohungen, herr schs. geständnis allein niemals zu seiner verurteilung ausreichen würde? weil man nämlich die berechtigte frage stellen würde, ob er nicht seine tochter schützen wolle. wie er anfangs sagte.

            1o. QUED

            guter gruß

            @meleksgrafitto („dreipolnischemodels“)

            …achten sie auf die gänsefüßchen.. vielleicht…

  8. 8

    Erst einmal danke für den sachlichen Beitrag. Leider sehe ich den eigentliche Aspekt, der zum eigentlichen OMgate geführt, nicht berücksichtigt. Ich weiss nicht wer und überhaupt ob jemand unterstellt das der Vortrag als Internetpranger angelegt war. Er ist aber durch einen aus meiner Sicht schlechten Umgang mit den Daten anderer zu einem geworden. Obwohl das bei einem solchen Thema durchaus nicht so unwahrscheinlich ist, kann es natürlich schonmal passieren, das man diesen Aspekt nicht berücksichtigt. Aber spätestens als man die Information bzgl. Ängsten um den Job und erst Recht die über Bedrohungen erhalten hat, hätte einem klar werden, das ist zum Internetpranger geworden. Dementsprechend hätte man schnell handeln müssen. Statt dessen kam Häme wie die Beantwortung der Löschwünsche mit “Challenge accepted”, Selbst Schuld wenn man sowas schreibt, etc. Diese Statements kamen nachweisbar von OM und feminitischen Piraten (beiderlei Geschlechts). Von wem die Bedrohungen kamen, ja selbst ob es dafür Nachweise gibt, ist dabei ja wohl erstmal irrelevant. Ich möchte darauf hinweisen, das es hierbei grundsätzlich nicht nur um die Daten einer Twitterin geht, deren Zitate benutzt wurden, grundsätzlich gilt das für alle. Aber habt ihr auch daran gedacht, das da auch die Twitternamen der beschimpften gezeigt wurden? Hat auch jemand mal dran gedacht, dass zum Beispiel auch jemand falsches z.B. weil jemand meint die Person auf dem Bild zu kennen meint, von aggressiven Reaktionen betroffen werden kann? Angesichts der lfd. Identitätsdiskussion, ein nicht wirklich so weit hergeholtes Scenario. Es geht hier auch nicht um formalrechtliche Argumente, es geht darum, das man in einer Situation nur eines machen kann, das Video erstmal rauszunehmen die Situation klären und eine verpixelte Version nachzuliefern. Wenn statt dessen auf Zitatrechte und die Schuld des Zitatauthors hingewiesen wird, ist das nicht mehr als wenn man einer geschlagen Frau sagt, du hättest ihn vielleicht nicht nenne sollen. Wenn ich Daten von anderen nutze trage ich immer auch eine Mitverantwortung für das was ggf. durch meine Verwendung ausgelöst wird. Die zu leugnen ist feige. Wenn jemand das unverpixelte Video (und das haben auch wieder Piraten gemacht), auf alternativen Platformen hochladen oder diese links dann weiterverteilen, mache man sich mitschuldig. Wenn solche Handlungen von Piraten vorgenommen werden und teilweise durchaus prominenten und selbst der Vorstand sich nur zu einer halbherzigen Stellungsnahme inkl. Victimblaming hinreissen lässt, muß ich mich als Pirat schämen. Wenn hier bei einem Piraten Kernthema so schnell Grundsätze, sei es aus Oberflächlichkeit, Feigheit oder auch weil es gerade besser in die eigene politische Agenda passt, Grundsätze über Bord geworfen werden, ensteht das eigentlich om13gate. Ich hatte getwittert, dass sich jeder, der Internetpranger befürwortet, sich als Amts- oder Mandatsträger in unserer Partei disqualifiziert, dazu stehe ich.

    • Anscheinend war der Blogpost noch nicht detailliert genug. Darum hier mal ein paar Ergänzungen:

      >Ich weiss nicht wer und überhaupt ob jemand unterstellt das der Vortrag als Internetpranger angelegt war.

      Das ist der grundlegende Vorwurf gegenüber der Jasna. Also nachdem die Autorin den Blogpost geschrieben hat. Vorher nicht.

      >Aber spätestens als man die Information bzgl. Ängsten um den Job und erst Recht die über Bedrohungen erhalten hat, hätte einem klar werden, das ist zum Internetpranger geworden.

      Deswegen bat die Orga ja die betreffende Person, sich per Mail an die Orga zu wenden und nicht über das öffentliche Twitter. Allein: die Autorin verweigerte das. Stattdessen kam die Drohung mit einem Anwalt. Auf die dann die folgende Reaktion kam:

      >Statt dessen kam Häme wie die Beantwortung der Löschwünsche mit “Challenge accepted”, Selbst Schuld wenn man sowas schreibt, etc. Diese Statements kamen nachweisbar von OM und feminitischen Piraten (beiderlei Geschlechts).

      Ich weiss ja nicht, wie ihr bei sowas reagiert, aber ich werde nicht kooperationsbereiter, wenn ich mich vorher mit jemandem unterhalten will, der es ablehnt und statt dessen mit einem Anwalt droht.

      >Von wem die Bedrohungen kamen, ja selbst ob es dafür Nachweise gibt, ist dabei ja wohl erstmal irrelevant.

      Grundsätzlich ja, aaaaber: auf twitter wurde sofort und wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass sich ein Feministinnenmob auf die Autorin gestürzt hat und diese bedroht.

      >Wenn ich Daten von anderen nutze trage ich immer auch eine Mitverantwortung für das was ggf. durch meine Verwendung ausgelöst wird.

      Das ist der Grundvorwurf, den ich durch den Post zu entkräften versuche. Er passt einfach nicht zu den Geschehnissen. Ausgelöst wurde das ganze – zumindest zeitlich – durch den Blogpost. Und über den ist die Autorin auch jetzt noch hervorragend zu ermitteln, viel besser als sie das je über twitter war. Und auch über twitter war sie hervorragend zu ermitteln, trotz verpixeltem Bild.

      Und zum Abschluss: ich sehe immer noch keinen Internetpranger. Weder einen erfolgreichen noch einen beabsichtigten. Die Reaktionen kamen aus anderen Gründen.

      • “ Ausgelöst wurde das ganze – zumindest zeitlich – durch den Blogpost. Und über den ist die Autorin auch jetzt noch hervorragend zu ermitteln“
        Falsch.

  9. 9

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