Da kann man ja nix machen…

Das will uns Frau Merkel, ihres Zeichens Abgeordnete im Parlament eines unbedeutenden Mitteleuropäischen Zwergstaats und nebenbei dessen Kanzlerin, weismachen. Nämlich wenn es um das Abhören und Abhören lassen durch scheinbar befreundete Staaten geht.

Scheinbar befreundet deshalb, weil diese Staaten zwar mit der Regierung und den Geheimdiensten des eigenen Staates eng zusammenarbeiten, aber dessen Bevölkerung eher misstrauen. Ebenso wie ihrer eigenen Bevölkerung, der Bevölkerung anderer angeblich befreundeter Staates und den Bevölkerungen aller anderen Staaten sowieso. Und das, obwohl ja eigentlich Vertrauen die Grundlage jeder Freundschaft ist. Also sind wohl nicht die Staaten befreundet, sondern nur deren Regierungen. Das ist ja auch schon mal eine interessante Erkenntnis.

Wenn aber die Staaten miteinander nicht befreundet sind, sondern allenfalls deren Regierungen oder Geheimdienste, wieso sollte ein Staat, also beispielsweise der unbedeutende Zwergstaat in der Mitte Europas, dann die Geheimdienste anderer Staaten auf seinem Territorium spionieren lassen? Die Fragen haben sich schon viele Staaten, unter anderem auch unser Zwerg, gestellt und die Antwort gefunden: sie schmeißen die Spione raus. Unauffällig in den meisten Fällen, manchmal auch weniger unauffällig, wenn die sich zu doof anstellen oder aber zu auffällig und dreist agieren.

Nur für manche scheinbar befreundete Staaten gilt das wohl nicht. Die dürfen auf dem Territorium des Zwergstaates Abhöreinrichtungen betreiben, ohne zu sagen, was sie da eigentlich abhören oder eben auch Spionagezentren betreiben und neu bauen.

Was sie da tun? Das weiß die Frau Merkel nicht, das sei als Kanzlerin auch gar nicht ihre Aufgabe, das zu wissen, sagt sie. Aber sie weiß jedenfalls, dass man da ja nichts machen kann als Zwergstaat, denn da gebe es Verträge und Abkommen und … ja also das geht jedenfalls nicht.

Und weil die Abkommen und Verträge ganz furchtbar geheim sind, so wie die Geheimdienste auch, kann das niemand nachprüfen.

Aber da wir ja ein souveräner Zwergstaat sind, der nach Belieben Verträge schließen kann, können wir auch nach Belieben Verträge kündigen. Und die Geheimdienste und ihre Zentren rauswerfen, keine neuen bauen lassen und damit zumindest ein Zeichen setzen, dass uns als Zwergstaat nicht gefällt, was diese angeblich befreundeten Staaten da tun. Da ein Staat aber durch seine Regierung handelt, müsste das ja die Kanzlerin tun.

Aber auch das will die Kanzlerin nicht, dann könnte der angeblich befreundete Staat ja verraten, dass die Kanzlerin und ihre Minister sehr genau wissen, was die Geheimdienste tun. Und dass sie die eigene Bevölkerung bespitzeln und dieses Wissen auch freigiebig an die eigenen Geheimdienste weitergeben, weil die ja leider nicht gegen die eigene Bevölkerung spitzeln dürfen. Was aber auch gar nicht so viel ausmacht, das machen ja andere für sie.

Wozu hat man auch sonst Freunde?