Wellington, Hautpstadt, aber nicht wirtschaftliches Zentrum und deutlich kleiner als Auckland. Aber dafür Regierungssitz und erdbebengefährdetes Gebiet. Irgendwas ist ja immer.

Wellington gilt als „windy city“ und – es stimmt. In der sehr empfehlenswerten (wenngleich riesigen) Jugendherberge scheinen sie die Gäste nach Nationalität aufzuteilen, oder es sind wirklich sehr sehr viele Deutsche in Neuseeland. Abends gehe ich jedenfalls noch mit einem ehemaligen BKA-Beamten, der jetzt mit seinem Fahrrad durch die Welt tourt, noch auf die Suche nach Essbarem. Malaysisch kannten wir nicht, ist lecker. Die Heuristik, die sich bewährt hat: Das Lokal darf weder zu voll (man wartet ewig und es könnte sich um einen Hype handeln) noch zu leer (könnte gute Gründe haben…) sein. Hat gepasst.
Das Wetter am nächsten Tag war sehr wellingtonisch und das Te Papa (Nationalmuseum) ist trocken, riesig und kostenlos. Perfekt um da den Tag zu verbringen. Teile der Ausstellung sind grandios, natürlich gibt es auch eine zu Gallipoli, und ansonsten recht viel zur neuseeländischen Natur. Da liegt dann ein Riesenkalmar im Formaldehybad und ein Blauwalskelett hängt an der Decke. Schon groß…

Dann gibt es für Essen noch eine Art Markthalle, in der man an verschiedenen Ständen so ziemlich alles zu essen kriegt, was man möchte, jedenfalls theoretisch, falls die Stände nicht gerade zu haben. Das hatten leider viele.
Am nächsten Tag geht es nach Zealandia, einem umzäunten Gelände eines ehemaligen Stausees, den man aufgegeben hat, weil das mit der Erdbebengefahr vielleicht doch keine allzu gute Idee sein könnte, so ein paar tausend Kubikmeter Wasser in einem Tal über der Hauptstadt zu speichern. Sie haben da einen säugetierfesten Zaun entwickelt und drinnen sind alle möglichen ursprünglichen (und manche nicht ganz ursprüngliche) neuseeländische Vögel und Pflanzen und ein paar Tuatara, die man aber eher selten zu Gesicht bekommt.
Der „Weihnachtsmarkt“ in Wellington stellte sich als der übliche Markt in einer Art Parkhaus heraus, nur dass eben ein paar Weihnachtsartikel gibt. Aber eben keinen Glühwein oder ähnliches. Dann muss ich wohl dieses Jahr ohne Weihnachtsmarkt und Glühwein auskommen. Gibt schlimmeres (zum Beispiel in Berlin am Alex).
Und dann ruft mich die Fährgesellschaft an, wo ich denn sei, ich hätte einchecken müssen. Für eine Fähre. 1,5 h vor der Abfahrt…
Die Überfahrt nach Picton verbringe ich im Cafe, das Bier gibt es (unfreiwillig) günstiger, weil die Verkäuferin verwirrt ist von den verschiedenen angebotenen Bieren. Auch ok. Die hinter mir in der Schlange stehende ist auch Deutsche und wir werden uns noch mal wieder treffen – in der Bäckerei in Motueka.
Eigentlich soll es bei Picton einen legalen kostenlosen Campingplatz geben – in der Realität wird es eine Wiese irgendwo auf dem Land. Da war es wenigstens ruhig…

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